Exporte nach Osteuropa ziehen kräftig an

2. März 2011

Deutsche Ausfuhren in die Region wachsen 2010 um 23 Prozent

Das Jahr 2010 ging für die deutschen Exporteure sehr erfolgreich zu Ende: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die deutschen Ausfuhren im Vergleich zum Krisenjahr 2009 insgesamt um 19,5 Prozent auf 960 Milliarden Euro. Die Importe erhöhten sich um rund 21 Prozent auf 806 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich gut fiel die Bilanz für das östliche Europa aus, wie die durch den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ausgewerteten Zahlen zeigen.

Demnach wurden 2010 insgesamt Waren im Wert von 146 Milliarden Euro aus Deutschland in diese Region geliefert. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber 2009 um 27 Milliarden Euro oder rund 23 Prozent. Die Region Osteuropa konnte damit im internationalen Vergleich Boden gut machen und kommt nunmehr auf einen Anteil von fast 17 Prozent am gesamten deutschen Export. Wirtschaftlich sind die 29 Länder Osteuropas für die deutschen Exporteure ähnlich bedeutend wie die Wirtschaftsgroßmächte USA (65 Milliarden Euro), China (53 Milliarden), Japan (13 Milliarden), Brasilien (10,5 Milliarden) und Indien (9,3 Milliarden) zusammen genommen.

Im bisherigen Rekordjahr 2008 hatten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 166 Milliarden Euro ins östliche Europa geliefert. Diese Marke dürfte spätestens 2012 wieder erreicht werden.

Die größten Steigerungen gab es 2010 insbesondere im Export in die Ukraine (+24,5 Prozent), nach Russland (+28 Prozent), in die Slowakei (+34 Prozent) und nach Aserbaidschan (+70 Prozent). Schwächen zeigte der deutsche Export nach Kasachstan (+4), Serbien (+3,5 Prozent) und nach Kroatien (-10 Prozent).

Ausgeglichene Import-/Export-Bilanz

Auffällig ist, dass der deutsche Handel mit Osteuropa nahezu ausgeglichen ist: Exporten in Höhe von 146,6 Milliarden Euro stehen Importe aus der Region in Höhe von 140,6 Milliarden Euro gegenüber. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind traditionell Maschinen und Anlagen, Kraftfahrzeuge und deren Komponenten sowie chemische Erzeugnisse. Bei den deutschen Importen aus der Region dominieren Rohstoffe.

Die wichtigsten Handelspartner in Osteuropa waren Polen mit einem Handelsvolumen von 66,5 Milliarden Euro (davon 38 Milliarden deutsche Exporte), Russland mit 58 Milliarden Euro (davon 26 Milliarden Exporte), Tschechien mit 56,5 Milliarden Euro (davon 27 Milliarden Exporte) und Ungarn mit 31 Milliarden Euro (davon 14 Milliarden Exporte).

Für das Jahr 2011 rechnet der Ost-Ausschuss für Osteuropa mit einem weiteren Exportplus von zehn Prozent und einem robusten Wirtschaftswachstum in der Gesamtregion von etwa vier Prozent.