Engagement im Rohstoffbereich verstärkt

27. November 2012

Gründung des Arbeitskreises „Rohstoffkooperationen“ im
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Am 26. November 2012 fand in Berlin die erste Sitzung des Arbeitskreises „Rohstoffkooperationen“ im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft statt. Der neue Arbeitskreis, an dem sich zahlreiche Unternehmen und Interessenverbände beteiligen, soll Rohstoffprojekte nicht nur in Russland, sondern auch in Kasachstan und anderen Staaten Zentralasiens sowie im Südlichen Kaukasus begleiten und Bezugs- und Beteiligungsoptionen für deutsche Unternehmen in der Großregion schaffen.

„Russland und weitere Länder in Osteuropa und Zentralasien spielen bei der zukünftigen Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Rohstoffen eine entscheidende Rolle. Es ist wichtig, dass sich die deutschen Unternehmen hier im Wettbewerb um knapper werdende Ressourcen in eine gute Position bringen“, sagte Karsten Heuchert, Vorstandsvorsitzender der VNG – Verbundnetz Gas AG (VNG) und Sprecher des Arbeitskreises „Rohstoffkooperationen“ im Ost-Ausschuss. „Mit der Gründung des Arbeitskreises verstärkt der Ost-Ausschuss sein Engagement im Rohstoffbereich und bündelt bereits laufende Projekte und Aktivitäten“, so Heuchert weiter. Der Arbeitskreis „Rohstoffkooperationen“ stehe allen deutschen Unternehmen offen. 

Die Länder Mittel- und Osteuropas, allen voran Russland und die Zentralasiatischen Republiken, gelten als wichtige Beschaffungsmärkte für zahlreiche strategisch bedeutende Rohstoffe. Mit Kasachstan hat die Bundesregierung im Februar 2012 ein Abkommen zur Kooperation in den Bereichen Rohstoffe sowie Industrie und Technologie unterzeichnet, dessen Umsetzung von deutscher Seite durch den Ost-Ausschuss koordiniert wird. Die Sprecherrolle für die Rohstoffkooperation Deutschland-Kasachstan übernimmt Rudolf Colm, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.

Darüber hinaus beteiligt sich der Ost-Ausschuss seit Sommer 2012 an einem Projekt der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ, das die Rohstoffkooperation mit Zentralasien (Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan) verstärkt. Durch öffentlich-private Dialogplattformen sollen in der Region die staatlichen Rahmenbedingungen für Investitionen im Rohstoffsektor verbessert werden. 

„Besonders in der Gewinnung von Rohstoffen aus Abraum- und Industriehalden in Russland sieht der Ost-Ausschuss für die deutsche Wirtschaft große Perspektiven“, sagte der Ost-Ausschuss Geschäftsführer Rainer Lindner in Berlin. Im Rahmen der der deutsch-russischen Regierungskonsultationen am 16. November 2012 in Moskau wurde eine gemeinsame Erklärung zwischen dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Ministerium für Naturressourcen und Umweltschutz der Russischen Föderation zu diesem Thema unterzeichnet. Die wirtschaftliche Umsetzung dabei soll durch den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft sichergestellt werden. Experten vermuten rund 80 Milliarden Tonnen an verwertbaren Rohstoffen in den russischen Abraum- und Industriehalden.