Die Kooperation mit Südosteuropa stärken

2. März 2009

– Länderforen Moldau und Rumänien/Bulgarien auf der
74. Internationalen Grünen Woche

Vor rund 50 Teilnehmern eröffneten der moldauische Botschafter in Deutschland, Igor Corman, und der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Gerd Müller, das diesjährige Moldau-Forum auf der Internationalen Grünen Woche, das durch den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisiert worden war. Im Zentrum des Interesses standen Berichte von Unternehmen und Behördenvertretern über den Entwicklungsstand der moldauischen Landwirtschaft. Demnach sind der Aufbau von Produktionskapazitäten und Qualitätssicherungssystemen von zentraler Bedeutung.

Durch die gute bis sehr gute Qualität der Böden sind die Voraussetzungen für qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Produkte vorhanden. Dies konnte auch Dr. Reiner Schechter, Generaldirekter der Südzucker International GmbH, bestätigen. Das Unternehmen betreibt in der Republik Moldau Zuckerrübenanbau und die Herstellung von Zucker. Durch den Einsatz moderner Maschinen und Anbaumethoden haben sich die erwarteten Potenziale bestätigt.
Festgestellt wurde, dass in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen für Investoren deutlich verbessert wurden. Dies betrifft unter anderem die Steuerfreiheit von reinvestierten Gewinnen. Problematisch bleibt besonders in der Landwirtschaft der Bodenerwerb durch Ausländer. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft leistet über ein Partnerschaftsprojekt, das gemeinsam mit der Sequa gGmbH durchgeführt und aus Mitteln des BMZ gefördert wird, einen Beitrag zur Verbesserung der Rahmenbedingungen Moldau.

Die AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisierte in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium auch in diesem Jahr ein Fachforum zum bulgarischen und rumänischen Agrarsektor. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema Finanzierung von Investitionen aus nationalen und europäischen Fonds in die rumänische und bulgarische Land- und Ernährungswirtschaft. Der rumänische Staatssekretär Catalin Aurelian Rosculete eröffnete die Konferenz mit aktuellen Daten zum rumänischen Agrarmarkt. Ausführlich stellte er dar, welche Sektoren Investitionen vor Ort benötigen. Die Modernisierung der Produktionsbetriebe sei sowohl in der Landwirtschaft als auch im Bereich der Lebensmittel- und Getränkeindustrie weiterhin notwendig. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass Investitionsvorhaben über das Nationale Programm zur Entwicklung des Ländlichen Raums kofinanziert werden. Seit März 2008 läuft das Bewerbungsverfahren für acht Finanzinstrumente zur Förderung von Investitionsvorhaben aus europäischen und nationalen Fonds.

Atanas Atanassov, Berater im bulgarischen Landwirtschaftsministerium, erörterte anschließend die aktuelle Investitionspolitik des Landes. Demnach startete das Auswahlverfahren für Finanzierungen im Rahmen von 20 Fördermaßnahmen des Bulgarischen Programms zur Entwicklung des Ländlichen Raums im April 2008. Von 3.592 Investitionsvorhaben sollen im ersten Jahr bereits 724 Projekte Finanzierungszusagen erhalten haben. Dabei belaufe sich der Ko-Finanzierungsanteil aus nationalen und europäischen Fonds auf 64 Millionen Euro allein für die im Jahr 2008 angenommenen Projekte. Abschließend referierte Michael Brinkmann, Leiter Region East South bei GEA Systems, über die Bedeutung moderner Technologien im Bereich der Milchherstellung.
In der Diskussionsrunde berichtete Costel Caras, Vorsitzender des Rumänischen Rinderhalter-Verbandes, von den Problemen der Landwirte. Die Futter- und Energiekosten seien gestiegen, die ausländische Konkurrenz und die strengen EU-Standards erhöhen die Anforderungen bei der Planung von Investitionen. Dabei sei man verstärkt auf nationale und europäische Förderung angewiesen.

Alina Müller, Stefan Kägebein
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft