Deutsche Reinheit für Russland

26. September 2011

Deutsche und russische Experten diskutieren im Rahmen der CMS BERLIN 2011

Die professionelle Bewirtschaftung von Gewerbeimmobilien gewinnt auch in Russland zunehmend an Bedeutung. Das Gebäudemanagement umfasst Dienstleistungen wie die Reinigung, Bewachung sowie Post- und Hausmeisterdienste. Inzwischen hat sich im Russischen Parlament eine Arbeitsgruppe gebildet, die ein Konzept zur Entwicklung einer modernen und professionellen Reinigungsindustrie in der Russischen Föderation erarbeiten soll. Dabei sind auch die Erfahrungen aus Deutschland gefragt.

Aus diesem Grund reiste Mitte September eine Delegation russischer Unternehmens- und Verbandsvertreter in einem Konferenzbus quer durch Deutschland. Station wurde unter anderem bei Opel in Rüsselsheim gemacht, wo die russische Delegation die Reinhaltung eines großen Industriebetriebs studieren konnte.

Ihre frischen Eindrücke konnten die russischen Delegationsmitglieder schließlich bei der Konferenz „Gebäudereinigung – ein Schwerpunkt des infrastrukturellen Gebäudemanagements“ im Rahmen der CMS BERLIN 2011 diskutieren. Die Veranstaltung, an der rund 60 Fachbesucher teilnahmen, wurde vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit dem Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und der Messe Berlin GmbH organisiert. Die Veranstaltung lieferte eine aktuelle Bestandsaufnahme der Situation des infrastrukturellen Gebäudemanagements und insbesondere des Bereiches Gebäudereinigung in Russland. Gleichzeitig standen auch Fragen der Fachkräfteaus- und -weiterbildung, Qualitätsstandards und Regelwerke als auch die Einsatzmöglichkeiten hochmoderner Reinigungssysteme und effizienter umweltfreundlicher Reinigungsmittel im Mittelpunkt der Gespräche.

Aus russischer Sicht stellte Juri Rjabitschew, Präsident des Verbandes Russischer Reinigungsunternehmen (ARUK), die Situation dar. Zwei Ziele seien wichtig, um Reinigungssysteme und professionelle Reinigungsdienstleistungen in Russland flächendeckend zu etablieren: eine verbesserte Ausbildungssituation und Aufklärungsmaßnahmen zu Bedeutung und Nutzen professioneller Reinigungssysteme. Gerade eine verbesserte Berufsausbildung sei Voraussetzung für einen verbesserten hygienischen Standard. Hier wolle man sich am deutschen Beispiel orientieren und plane gemeinsam mit einem Moskauer College ein Pilotausbildungsprogramm.

Horst Stippschild, Ehrenmitglied des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV), betonte in seiner Begrüßung die großen Chancen für die Branche in Russland. Bereits jetzt würden beträchtliche Steigerungsraten verzeichnet. Dabei gewinnen vor allem die Regionen abseits der großen Zentren Moskau und St. Petersburg an Bedeutung, wie eine ganze Reihe von deutschen Unternehmensvertretern bestätigten.

In einem offenen Meinungsaustausch wurden Chancen und Herausforderungen der Gebäudereinigung dargestellt und mögliche Bereiche für Geschäftskooperationen vorgestellt. Von besonderem Interesse waren in diesem Zusammenhang die in der Praxis gesammelten Erfahrungen deutscher Unternehmen und ihre weitere Mitwirkung am Aufbau moderner Strukturen in Russland.

Eduard Kinsbruner
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft