Deutsch-Russische Verständigung bei Schaschliki und Hefeweizen

20. Mai 2010

Zweites Alumni-Treffen der Deutsch-Russischen Gespräche Baden-Baden in Moskau

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft hat zusammen mit der Robert Bosch Stiftung und der BMW Stiftung Herbert Qandt im Oktober 2008 mit den Deutsch-Russischen Gesprächen Baden-Baden ein exklusives Forum für junge Manager und Unternehmer aus Deutschland und Russland geschaffen.

Neben der Stärkung der Fach- und Führungskompetenzen der Teilnehmer wird die Bildung eines Alumni-Netzwerks für zukünftige Kooperationen angestrebt. Über diese Vernetzung können die jungen Führungskräfte auf die Fachexpertise ihrer Kollegen zurückgreifen und sich informell über wichtige Entwicklungen in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen austauschen.

Um die während der Seminarwoche geknüpften Kontakte und Freundschaften weiter auszubauen, fand vom 13. bis 15. Mai 2010 in Moskau das nunmehr zweite Alumni-Treffen statt, welches gleichzeitig das erste Gesamttreffen der Alumni beider bisheriger Seminardurchgänge war. Die sehr hohe Teilnehmerquote zeigt, dass die jungen Führungskräfte ein großes Interesse an langfristigen persönlichen Beziehungen haben. Die Teilnehmer kamen sehr schnell in einen Dialog und knüpften jahrgangsübergreifend vertrauensvolle Verbindungen.

Beim festlichen Abendessen mit beeindruckendem Blick über das sommerliche Moskau referierte der neue deutsche Botschafter in Russland, Ulrich Brandenburg, über die Chancen einer deutsch-russischen Modernisierungspartnerschaft. Der Botschafter machte deutlich, dass gerade die junge Generation bei deren Umsetzung eine herausragende Rolle spielt.

Über ganz praktische Erfahrungen deutscher Unternehmen in Russland diskutierten die Alumni am folgenden Tag mit Erwin Trinkl, Head of Representative Office METRO Group Russia, und Michael Harms, Vorstandsvorsitzender der deutsch-russischen Auslandshandelskammer Moskau (AHK). Besondere Beachtung fand hierbei die Compliance-Initiative der AHK, bei der sich bereits über 50 Mitgliedsunternehmen mit ihrer Unterschrift zur Ablehnung und Verfolgung von Korruption verpflichtet haben. Die Meinung der Teilnehmer der Gesprächsrunde zum russischen Markt war eindeutig: auch wenn er gewisse Schwierigkeiten aufweist, ist ein langfristig orientiertes Engagement lohnenswert.

Ein gutes Beispiel erfolgreichen Engagements der deutschen Wirtschaft in Russland konnten die Alumni beim Besuch der Niederlassung der Schattdecor AG in Tschechov erleben. Das mittelständische Unternehmen aus Oberbayern hat vor den Toren Moskaus ein hochmodernes Produktionswerk für Furnierfolien errichtet und nutzt die Chancen des russischen Marktes. Die Werksbesichtigung klang mit einem Grillfest auf Einladung von Harry Purainer, Vorstand Finanzen der Schattdecor AG, aus. Bei Schaschliki und Hefeweizen wurde deutlich, wie gut sich Russland und Deutschland nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht ergänzen.

Mit dem zweiten Alumni-Treffen ist es gelungen, das Netzwerk zwischen deutschen und russischen Führungskräften noch tragfähiger zu gestalten und die junge Generation stärker in die Gestaltung der deutsch-russischen Beziehungen einzubeziehen. Viele der Alumni werden auch in der zweiten Wochenhälfte der vom 11. bis 17. Oktober 2010 stattfindenden 3. Deutsch-Russischen Gespräche Baden-Baden anreisen und sich mit den Teilnehmern des diesjährigen Seminars austauschen. Das Netzwerk wird damit immer größer, der Expertenpool aus beiden Ländern erweitert sich.  

Weitere Informationen zu den Deutsch-Russischen Gesprächen und zur aktuellen Ausschreibung sind auf der Homepage http://deutsch-russische-gespraeche.de/ verfügbar.

Matthias Toepfer
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft