Der lange Weg durchs Universum nach Berlin

11. Juni 2009

Start des Zoran-Djindjic-Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft

Am 10. Juni 2009 wurde der sechste Jahrgang des Zoran-Djindjic-Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan mit einem Empfang im Haus der Deutschen Wirtschaft offiziell eröffnet. Bodo Hombach, Mitglied des Präsidiums des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Ruzica Djindjic, Vorsitzende der Zoran-Djindjic-Stiftung, und Ingrid-Gabriela Hoven, Abteilungsleiterin für bilaterale und regionale Entwicklungszusammenarbeit im BMZ, begrüßten die Stipendiaten und zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Politik.

„Vierzehn Milliarden Jahre und das gigantische Feuerwerk der Milchstraßen, Sonnen und Planeten. All dies ist nötig gewesen, damit wir uns heute treffen können. Ein gewaltiger Aufwand, aber er hat sich gelohnt.“ Mit diesen Worten eröffnete Bodo Hombach den Abendempfang in Berlin. 48 Studierende und junge Graduierte aus dem Westbalkan sind in diesem Jahr nach Deutschland gereist, um in 39 deutschen Unternehmen ein Praktikum zu absolvieren. Sie sind Teilnehmer am Zoran-Djindjic-Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan, das 2004 gemeinsam vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert wurde. Junge Menschen haben damit die Möglichkeit, in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in ihrer Region zu unterstützen. Sie erhalten einen Einblick sowohl in marktwirtschaftliche Abläufe in Deutschland als auch in Arbeitsweise und Management deutscher Unternehmen. Auf diesem Weg sollen junge Menschen näher an Deutschland und die Europäische Union herangeführt werden.

Zum ersten Mal sind in diesem Jahr Stipendiaten aus allen Ländern des Westbalkans nach Deutschland gereist. Das bringt die regionale Aussöhnung voran und trägt zur Entwicklung eines branchenübergreifenden Netzwerks aus qualifizierten Nachwuchskräften bei. Das Stipendienprogramm folgt damit einer Leitidee des großen Demokraten und Visionärs Zoran Djindjic. „Weil er die Vergangenheit begriffen hatte, war er begierig, die Zukunft mit zu gestalten. Er zweifelte nie an der inneren Verwandtschaft Serbiens mit Europa und wusste, dass beide sich viel zu sagen hatten. Seine ganze Hoffnung setzte er auf Menschen, die mit Ausbildung, Erfahrung und Motivation, mit klarem Verstand und glühendem Herzen bereit waren, neue Wege zu gehen“, so Bodo Hombach.

Im Vorfeld ihres Aufenthaltes in Deutschland waren die Stipendiaten zu Gesprächen mit den Botschaftern der Bundesrepublik Deutschland in den beteiligten Ländern eingeladen worden. Während dieser Gespräche diskutierten die Teilnehmer insbesondere über die wirtschaftliche Zusammenarbeit ihrer Länder mit Deutschland, die Herausforderungen der regionalen Zusammenarbeit und die Anforderungen eines möglichen EU-Beitritts ihrer Länder. Am 8. Juni 2009 wurden die Stipendiaten aus Serbien im Rahmen eines Empfangs auf Einladung des Gouverneurs der serbischen Nationalbank Radovan Jelasic im Beisein von Präsident Boris Tadic und zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft verabschiedet. Im Rahmen ihres Einführungsprogramms in Deutschland hatten die Stipendiaten weiterhin die Möglichkeit, wichtige Fragen der Zusammenarbeit mit der Region des Westbalkans zu diskutieren.

Während ihrer Praktika sind die Stipendiaten Botschafter ihrer Länder. Sie vermitteln ein Bild ihrer Länder in Deutschland und nehmen umgekehrt ein Bild von Deutschland mit nach Hause. All dies geschieht vor dem Hintergrund eines langsam, aber stetig zusammenwachsenden Europas, wie Bodo Hombach betonte: „Europa ist kein Ziel, sondern ein Weg. Es ist nicht die schnelle Patentlösung aller Probleme. Manches wird sogar schwieriger, wie in einer großen Familie. Es ist aber eine intelligente Möglichkeit, damit umzugehen.“

Alina Gumpert
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft