Cordes zu Gesprächen in Serbien

21. Oktober 2011

Ost-Ausschuss unterstützt Annäherung Serbiens an die EU / Cordes würdigt Fortschritte der vergangenen Monate

Am Montag, den 24. Oktober, reist der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes zu Wirtschaftsgesprächen in die serbische Hauptstadt Belgrad. Cordes trifft dort unter anderem den serbischen Präsidenten Boris Tadic, Premierminister Mirko Cvetkovic und den Minister für Wirtschaft und Regionalentwicklung Nebojsa Ciric.

Bei den Gesprächen, an denen auch der Sprecher des Arbeitskreises Südosteuropa im Ost-Ausschuss Jens-Jürgen Böckel (Tengelmann Group) und Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner teilnehmen, geht es um Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen und um die serbischen Bemühungen für eine weitere Annäherung an die Europäische Union. Am 12. Oktober hatte sich die EU-Kommission dafür ausgesprochen, Serbien offiziell den Status eines Beitrittskandidaten zu gewähren. Die Zustimmung der 27 EU-Mitgliedsstaaten ist aber an eine Wiederaufnahme bilateraler Gespräche zwischen Serbien und Kosovo geknüpft.

„Die Aufnahme Serbiens in den Kreis der EU-Beitrittskandidaten wäre für ausländische Investoren ein wichtiges und positives Signal“, sagte Cordes vor Beginn der Reise. Die Regierung in Belgrad habe in den vergangenen Monaten bemerkenswerte Fortschritte erzielt. „Wir hoffen sehr, dass diese positive Dynamik weiter geht und auch die strittigen Punkte in der Kosovo-Frage friedlich gelöst werden.“ 

Serbien verfüge über eine solide industrielle Basis, eine perspektivreiche Agrarwirtschaft und sei über zahlreiche Freihandelsabkommen etwa mit Russland und der Türkei sowie über das Interimsabkommen zu Handelsfragen mit der EU verbunden. Zusätzliche Wirtschaftsimpulse seien zudem durch die Integration des Landes in die EU-Donaustrategie zu erwarten. „Serbien braucht die EU-Mitgliedschaft, um seine Stärken voll entwickeln zu können. Umgekehrt besteht für uns überhaupt kein Zweifel daran, dass Serbien ein wichtiger Teil von Europa ist“, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende und bot die Unterstützung der deutschen Wirtschaft für den weiteren Annäherungsprozess an.

In Belgrad trifft Cordes am Nachmittag auch mit Ruzica Djindjic zusammen. Die Witwe des früheren serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic leitet die nach ihrem Mann benannte Stiftung, mit der der Ost-Ausschuss seit 2003 ein erfolgreiches Stipendienprogramm organisiert. Ziel des Programms ist die Fortbildung von jährlich bis zu 60 jungen Nachwuchsführungskräften aus allen Ländern des westlichen Balkans in deutschen Unternehmen. Bislang gelangten 340 Stipendiaten auf diesem Wege zu drei- bis sechsmonatigen Fortbildungen nach Deutschland.

Zudem spielt die Agrar- und Ernährungswirtschaft bei den Gesprächen in Belgrad eine wichtige Rolle. Dazu ist ein Treffen von Cordes mit dem Minister für Handel und Landwirtschaft Dusan Petrovic geplant. Serbien verfügt über eine potenzielle Anbaufläche von fünf Millionen Hektar. Zusammen mit der Ernährungswirtschaft trägt die Agrarwirtschaft  über zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Weitere bedeutende Exportgüter des Landes sind Eisen und Stahl sowie Textilien und Gummiprodukte.
Nach Italien ist Deutschland der wichtigste Partner für Serbien bei den Einfuhren: Im ersten Halbjahr 2011 wurden Waren im Wert von 700 Millionen Euro aus Deutschland importiert, ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 16 Prozent. Gleichzeitig exportierte Serbien Waren im Wert von 440 Millionen Euro nach Deutschland, ein Plus von 27 Prozent.