Weiter ausbaufähig

21. November 2017

Unternehmerdelegation des Ost-Ausschusses besuchte Rumänien/ Gespräch mit Premierminister Tudose

Am 21. November 2017 reiste zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Unternehmensdelegation des Ost-Ausschusses unter Leitung des ehemaligen Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold zu einem Gespräch mit Premierminister Tudose und weiteren Regierungsvertretern nach Bukarest. Unternehmen unter anderem aus den Bereichen IT, Telekommunikation, Landmaschinenbau, Energie sowie Handel waren der Einladung gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich über die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes zu informieren.

Der deutsche Botschafter Cord Meier-Klodt und der Präsident der Deutsch-Rumänischen Auslandshandelskammer (AHK) Dragos Anastasiu informierten die Delegation in einem Briefing über die aktuellen Entwicklungen und Wertungen aus ihrer Sicht.

Europäischer Spitzenreiter

Klaus Mangold eröffnete das nachfolgende Gespräch mit Premierminister Tudose mit dem Hinwies auf die sich hervorragend entwickelnde Konjunktur des Landes. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vorjahr bereits um 4,6 Prozent gewachsen war, war Rumänien in der ersten Jahreshälfte 2017 mit einem Plus von 5,8 Prozent Spitzenreiter im europäischen Vergleich. Zugleich erwartet der Ost-Ausschuss im bilateralen Handel einen erneuten Rekordwert. Bereits 2016 lag das bilaterale Handelsvolumen bei mehr als 26 Milliarden Euro. Im Zeitraum Januar bis September 2017 wurden bereits Waren im Wert von 22,3 Milliarden Euro gehandelt – eine Steigerung von mehr als 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es ist durchaus denkbar, das am Ende des Jahres die Marke von 30 Milliarden Euro fällt.

Weiter ausbaufähig bleiben die Investitionen in den Standort Rumänien. Auch wenn sich im Vergleich die Infrastruktur des Landes schon beträchtlich entwickelt habe, sieht Mangold hier noch großes Potenzial für den weiteren Ausbau, um die vorteilhafte geografische Lage Rumäniens noch stärker nutzen zu können. Infrastruktur und Logistik seien von zentraler Bedeutung, um Teil der globalen Wertschöpfungsketten zu sein. Besonders erfreulich entwickelt sich aus Sicht der deutschen Wirtschaft der Bereich Digitalisierung. Bereits jetzt sind namhafte deutsche Unternehmen im Land engagiert und bauen mit Blick auf die verfügbaren Ressourcen an qualifizierten Fachkräften ihre Standorte aus. Mangold bot im Namen des Ost-Ausschusses an, gemeinsam mit Vertretern der rumänischen Regierung einen Workshop im Rahmen der Hannover Messe zu organisieren, um dort den Regelungsbedarf zu diskutieren und mögliche Kooperationsprojekte zu identifizieren.

Verbesserung der Aus- und Weiterbildung

AHK-Präsident Anastasiu und die teilnehmenden Unternehmen unterstrichen in ihren Wortbeiträgen das große Interesse am rumänischen Markt. Wichtig sei es, gemeinsam an der weiteren Verbesserung des Systems der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften zu arbeiten und durch Berechenbarkeit und Stabilität das Vertrauen in den Standort weiter zu stärken. Leider gebe es nach wie vor einen großen Unterschied zwischen der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und der Wahrnehmung Rumäniens. Auch deshalb hat der Ost-Ausschuss angeboten, im kommenden Jahr gemeinsam mit der rumänischen Regierung ein Deutsch-Rumänisches Wirtschaftsforum in Deutschland zu organisieren.

Anja Quiring
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft