Perspektiven in der Wasserwirtschaft

28. März 2017

Ost-Ausschuss-Veranstaltung zur russischen Wasserwirtschaft im Rahmen der „Wasser Berlin International“

Im Rahmen der Fachmesse „Wasser Berlin International 2017“ fand am 28. März 2017 eine deutsch-russische Konferenz zum Thema „Die russische Wasserwirtschaft – Perspektiven für Zusammenarbeit“ statt. Gut 60 Teilnehmer deutscher sowie russischer Unternehmen aus dem Sektor Wasserwirtschaft nutzten die Chance, aus erster Hand Näheres über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erfahren. Dabei wurde deutlich, dass Russland trotz des derzeit schwierigen Umfelds der Kooperation mit deutschen Unternehmen in der Wasserbranche offen gegenübersteht.

Die Konferenz wurde von Jens Böhlmann, dem Leiter der Kontaktstelle Mittelstand im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, eröffnet. In seiner Eröffnung wies Böhlmann darauf hin, dass in einem „Emerging Market“ wie Russland die Nachfrage nach deutschen Technologien auch in der Wasserwirtschaft hoch sei. Im Mittelpunkt des ersten Teils der Konferenz standen dann auch die Perspektiven des russischen Wasser- und Abwassermarkts in Hinblick auf ausländische Investitionen, den Aufbau neuer Produktionen und die Innovationsförderung. Erste Impulse lieferte Aleksandr Epstein, stellvertretender Direktor der „Russian Water and Wastewater Association“, mit seinem Vortrag über die Besonderheiten in der Gesetzgebung der Wasser- und Abwasserbranche in Russland und die Entwicklungsperspektiven bis zum Jahr 2020. Im Anschluss stellte Anna Fedorova von der „German Water Partnership“ den Verband unter besonderem Hinweis auf den Länderbereich Russland vor. Die „German Water Partnership“ versteht sich als erste Kontakt- und Informationsstelle bei sämtlichen Fragen deutscher Unternehmen bezüglich der Wasserwirtschaft in Russland.

Tendenz zur Dezentralisierung

Der zweite Teil der Veranstaltung war den Erfahrungen europäischer Unternehmen auf dem russischen Wasserversorgungs- und Abwassermarkt hinsichtlich der Besonderheiten in der Gesetzgebung gewidmet. Innerhalb der Diskussion bot Jewgenij Pupyrew, Leiter des technischen Ausschusses der „Russian Water and Wastewater Association“, einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation des öffentlichen Wassermarktes. Besonders die Tendenz zur Konzession und Dezentralisierung der Wasserwirtschaft in Russland biete deutschen Unternehmen neue Möglichkeiten. Zudem betonte er, dass Deutschland trotz der wirtschaftspolitischen Lage nach wie vor Russlands wichtigster Partner in der Branche sei. Auch sein Kollege Georgij Samburski, Leiter der Abteilung Wasserversorgung, unterstrich, dass Russland deutschen Produzenten sehr positiv gegenüberstehe.

Wladislaw Tkachenko vom russischen Plastikproduzenten Polyplastic Group, die unter anderem Wasserrohre produziert, lieferte anschließend einen Erfahrungsbericht des Unternehmens bezüglich der Probleme in der russischen Gesetzgebung und äußerte seine Bereitschaft zur Beratung von und Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen, die sich vor Schwierigkeiten in der Gesetzgebung gestellt sehen. Maksim Dubtsov vom deutschen Rohrleitungssanierer Saertex multiCom GmbH bestätigte, dass eine große Nachfrage nach europäischen Technologien auf dem russischen Markt bestehe und die Erhöhung des Angebots und der Präsenz deutscher Produkte von gegenseitigem Interesse wäre. Insgesamt wurde deutlich, dass die Bereitschaft zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit sowohl von deutscher als auch russischer Seite besteht und der russische Markt einer Übertragung deutscher Technologien äußerst positiv gegenübersteht.

Das Forum wurde vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, „German Water Partnership“ und der „Russian Water and Wastewater Association“ in Zusammenarbeit mit der Messe Berlin organisiert.

Viktoria Bruhl
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft