„Viele Probleme und noch mehr Lösungen“

27. Oktober 2017

10. Unternehmerkongress „Recht in Russland“ in Berlin/ Ost-Ausschuss setzte Schwerpunkt auf Mittelstand

Am 12. Oktober fand in Berlin der von der Wegweiser Media & Conferences GmbH in Kooperation mit dem Ost-Ausschuss organisierte Unternehmerkongress „Recht in Russland“ statt. Im Mittelpunkt stand dabei neben der aktuellen Rechtsentwicklung in Russland die Zusammenarbeit beider Länder zur Förderung eines konkurrenzfähigen, russischen Mittelstands.

Als Vertreter des Ost-Ausschusses betonte Andreas Rossa, Vize-Präsident des Ost-Ausschuss-Mitglieds Phoenix Contact, dass die russische Wirtschaft sich allen Schwierigkeiten zum Trotz wieder positiv entwickle, „sogar positiver als noch vor kurzem angenommen“. Einen besonderen Fokus legte Rossa in seinem Vortrag auf den Mittelstand. „Was uns so konkurrenzfähig, so innovativ und so resistent gegen Krisen macht, ist der in dieser Ausprägung einmalige deutsche Mittelstand. Die mittelständischen und familiengeführten Unternehmen bilden nicht nur das solide Fundament der deutschen Volkswirtschaft, sie sind auch in allen Ländern der Welt überaus erfolgreich“, sagte er.

Die Hauptthemen des Kongresses konzentrierten sich auf drei unterschiedliche Felder: Geschäftsklima und Politik, Branchen und Innovation, Recht und Risiken. Dazu wurden Workshops, Seminare und Gespräche im Round-Table-Format angeboten.

Günstigere Bedingungen für Lokalisierung

Jens Böhlmann, Leiter der Kontaktstelle Mittelstand im Ost-Ausschuss moderierte die Diskussionsrunde zum Thema „Mittelstand in Russland: Konkrete Antworten auf Ihre Fragen“. Der Geschäftsführer des Aromaproduzenten Symrise, Stephan Schulte, verwies bei der Frage nach den Marktbedingungen im Umfeld der Russland-Sanktionen darauf, dass es einige Schwierigkeiten etwa beim Bezug von benötigten Lebensmitteln gebe, man aber andere Wege gefunden habe, benötigte Zutaten aus Serbien oder China zu beziehen. „Es gibt viele Probleme, aber es gibt viel mehr Lösungen“, betonte er. Hinsichtlich der Situation des Mittelstands in Russland wies Jaron Wiedmaier, General Direktor bei Continental Tires in Kaluga, darauf hin, dass sich die Lokalisierungsbedingungen für Mittelständler in Russland verbessert hätten: „Man hat heute den Vorteil, die Lokalisierung günstiger als vor fünf oder sechs Jahren durchzuführen“, sagte Wiedmaier.

In der Abschlussdiskussion wünschten sich die Teilnehmer von der künftigen deutschen Regierung im Verhältnis zu Russland Aktivitäten zur Überwindung der gegenseitigen Sanktionen, „die nichts, weder politisch, noch wirtschaftlich gebracht haben“, so der Russland-Experte Alexander Rahr. „Wir plädieren für freie, offene und faire Märkte“, sagte Ost-Ausschuss-Vertreter Böhlmann: „Diese schließen natürlich Sanktionen im Prinzip aus, sowie auch jede Form von Protektionismus.“

Die zehnte Auflage des Unternehmerkongresses hat gezeigt, dass das Interesse für einen konstruktiven Dialog trotz der Schwierigkeiten auf der politischen Ebene ungebrochen ist. Russland ist und bleibt ein wesentlicher Teil der globalen Wirtschaft und damit auch ein wichtiger Partner für die deutsche Wirtschaft.

Emma Manucharian
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft