„Eine Menge Holz“

22. Februar 2017

Ost-Ausschuss veranstaltete Workshop zur Holzwirtschaft in Osteuropa im rumänischen Rădăuți

Welche Perspektiven bieten Holz- und Forstwirtschaft in und für Osteuropa? Wie können Standards für die Produktion weiterentwickelt werden? Und wie lassen sich wirtschaftliche Effizienz und ökologische Nachhaltigkeit in ein Gleichgewicht bringen? Zukunftsweisende Fragen standen auf der Agenda eines Workshops im nordrumänischen Rădăuți (Radautz), den der Ost-Ausschuss am 21. und 22. Februar gemeinsam mit führenden Holzwirtschaftsunternehmen in der Region veranstaltete.

Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, unterstrich in seiner Begrüßung Ziele und Stellenwert der Veranstaltung für die Holzproduktion und -verarbeitung in Rumänien. Die Potenziale dieses Wirtschaftszweigs seien besonders attraktiv. Professor Norocel Nicolescu (Universität Brașov) verglich in seiner Präsentation die Volumina des Holzeinschlags vor 1989 mit den heutigen (niedrigeren) Zahlen. Otto Zvagins (IKEA Romania) skizzierte eine Roadmap zur eindeutigen und akzeptierten Regelung von Produktionsfragen der Forst- und Holzwirtschaft am Beispiel Schwedens. Anand Punja (Forest Stewardship Council, London) stellte die Parameter seiner Organisation für eine nachhaltige Waldnutzung vor.

Die anschließende Diskussion der rund 30 Teilnehmer unterstrich den Bedarf an standardisierten Verfahren sowohl für Anbau und Transport als auch für Inventarisierung und Verarbeitung von Holz in der Region: Jürgen Berger (Schweighofer) und Werner Zwingmann (Egger) unterstrichen, von welch zentraler Bedeutung ihren Häusern eine nachhaltige Holzproduktion sei. Gesellschaftliche Akzeptanz sei eine wichtige Voraussetzung, um auch in Zukunft qualifizierte Fachkräfte für die Branche vor Ort gewinnen zu können.

Den begonnenen Austausch zu zentralen Fragen der Holz- und Forstwirtschaft in der Region wird der Ost-Ausschuss auch weiterhin unterstützen – denn die diskutierten Fragen haben gezeigt: Die Materie ist in jeder Hinsicht eine Menge Holz.

Dr. Per Brodersen
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft