Bulgarien

Stand: März 2017

Bulgarien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stehen dem ärmsten EU-Land im Rahmen der Struktur- und Investitionsfonds rund 7,6 Milliarden Euro zur Verfügung.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die bulgarische Wirtschaft hat 2016 ihren Wachstumskurs mit einem Plus von 2,8 Prozent fortgesetzt. Getragen wurde das Wachstum der bulgarischen Wirtschaft dabei zunehmend vom privaten Verbrauch, der sich vor dem Hintergrund höherer Einkommen und einer steigenden Beschäftigungsquote kräftiger entwickelte. Die Investitionen waren dagegen leicht rückläufig, da neue EU-Mittel noch nicht zur Verfügung standen und Industrie und Ausland weniger investierten. Positive Perspektiven ergeben sich durch die neue EU-Förderperiode 2014 bis 2020. Hier erhofft sich die Regierung durch eine hohe Absorption der Fördermittel eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sowie einen weiteren Ausbau der Infrastruktur. Nach Angaben der Regierung werden rund 80 Prozent der öffentlichen Investitionen mit EU-Mitteln finanziert. 2017 wird Bulgariens Wirtschaft nach Einschätzung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) erneut um 2,8 Prozent wachsen, vor allem getragen von der Binnennachfrage.

Der Rücktritt der Regierung Borissow im Zuge der Präsidentschaftswahl im Herbst 2016 leitete eine Phase politischer Unsicherheit ein. Bis zu den vorgezogenen Wahlen Ende März 2017 amtiert eine Übergangsregierung. Zu den Herausforderungen der künftigen Regierung gehören Reformen in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Rechts-, Gesundheits- und Rentensystem sowie der Ausbau der Straßen- und Energieinfrastruktur. Die Kehrseite der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt ist zudem ein wachsender Mangel an Fachkräften, insbesondere in der Industrie.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die deutsch-bulgarischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich seit dem Beitritt des Landes zur EU sehr lebhaft entwickelt. Deutschland blieb 2016 der wichtigste Außenhandelspartner Bulgariens vor dem bedeutenden Brennstofflieferanten Russland sowie Italien, Rumänien und der Türkei. Der bilaterale Warenaustausch mit Bulgarien erreichte 2016 mit einem Gesamtvolumen von 6,7 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert und wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent. Die Exporte aus Deutschland nach Bulgarien stiegen 2016 nur marginal auf knapp 3,5 Milliarden Euro. Die Einfuhren aus Bulgarien legten dagegen um fast ein Zehntel auf 3,2 Milliarden Euro zu. Bei den deutschen Ausfuhren dominieren Maschinen, Kfz und Kfz-Teile sowie Elektrotechnik. Bulgarien liefert nach Deutschland vornehmlich Textilien und Bekleidung, Elektrotechnik und Rohstoffe.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Ende November 2016 reiste Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms zu Gesprächen nach Sofia. In den Treffen mit Regierungsmitgliedern und Verbänden ging es vor allem um die Entwicklung der bulgarischen Wirtschaft und das Potenzial der bilateralen Zusammenarbeit. Nur wenige Tage nach seiner Vereidigung nutzte der neue bulgarische Präsident Rumen Radev Anfang Februar 2017 seinen Staatsbesuch in Berlin zum Dialog mit der deutschen Wirtschaft. Den Rahmen dazu bot das Wirtschaftsforum Bulgarien, das der Ost-Ausschuss gemeinsam mit weiteren Partnern organisierte.

Quellen: OWC, GTAI, Raiffeisen Research, Statistisches Bundesamt