Belarussisches Investitionsforum in Frankfurt

17. November 2010

Unterzeichnung von Verträgen im Wert von zwei Milliarden Euro

Das Belarussische Investitionsforum am 17. November in der Messe Frankfurt war aus Sicht des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft ein großer Erfolg. „Die hohe Zahl von 600 Teilnehmern ist ein deutliches Zeichen, dass es in Deutschland und Europa ein gewachsenes Interesse an Belarus gibt. Man kann sagen: Belarus ist auf einem – allerdings noch harzigen - Weg nach Westen, nachdem es über ein Jahrzehnt im Schatten lag“, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Klaus Mangold.

Auf Initiative des Ost-Ausschusses konstituierte sich im Rahmen des Forums ein Deutsch-Belarussischer Unternehmerrat, der sich der Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen widmen wird. „Mit der Gründung des Rates erfüllen wir eine Vereinbarung, die wir bei einer Delegationsreise des Ost-Ausschusses mit dem belarussischen Präsidenten getroffen hatten“, sagte Mangold. „Wir haben ein hohes Interesse daran, den Wirtschaftsdialog zwischen Deutschland und auf eine solide Grundlage zu stellen.“
 
Mangold , der die Auftaktveranstaltung des Forums moderierte, sprach in Bezug auf Investitionen in Belarus von einem „window of opportunities“. „Das Land hat gut ausgebildete junge Menschen, Belarus ist ein Land mit Brückenfunktion zwischen der EU und Russland von hohem Interesse und durch die Gründung der Zollunion mit Russland und Kasachstan öffnet sich nun ein Markt mit 170 Millionen Menschen.“ Das Investitionsforum sei ein gelungener Auftakt gewesen, auf die neuen Möglichkeiten hinzuweisen. Mangold forderte die belarussische Regierung aber auch auf, die notwendigen Reformschritte zügig umzusetzen. „Die Privatisierung muss vorangetrieben werden und transparenten Regeln folgen.“ Der Ost-Ausschuss setze sich dafür ein, dass Belarus nun auch Schritte hin zu einer WTO-Mitgliedschaft unternehme.
 
Auf dem Investmentforum, das in Kooperation mit dem Ost-Ausschuss stattfand, wurden insgesamt 160 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 14 Milliarden Euro vorgestellt. Rund 60 Projekte wurden davon ausführlicher diskutiert und bereits laufende Projekte vorgestellt. Internationale Finanzierungsinstitute darunter EBRD und Weltbank berichteten von wachsenden Chancen auf dem belarussischen Markt und stellten weitere Finanzierungsprogramme für internationale Investoren in Aussicht.
 
Im Anschluss an das Forum kam es in Anwesenheit des belarussischen Ministerpräsidenten Sergej Sidorski zur Unterzeichnung von rund 20 Verträgen im Wert von über zwei Milliarden Euro. Die Deutsche Bank und die belarussische BPS-Bank unterzeichneten ein "Memorandum of Understanding" für eine Kooperation im Bereich des Investment Bankings. Weitere Vereinbarungen betrafen Projekte zur Abfall- und Abwasserentsorgung, die Einrichtung einer Poliklinik im Gebiet Minsk durch AJZ Engineering, die Errichtung eines Windparks, Lieferung von Erntetechnik und vieles andere.