Agrarwirtschaft ist Wachstumsmotor in Südosteuropa

17. Januar 2013

Grüne Woche: Ost-Ausschuss stellt Studie zur Agrar- und Ernährungswirtschaft in Südosteuropa vor • Dialog zur Intensivierung von Kooperationen und Investitionen

Die Agrarwirtschaft gilt als wichtiger Wachstumsmotor Südosteuropas. Sie zeichnet sich beispielsweise in Serbien und Kroatien durch jährlich steigende Anteile am Bruttoinlandsprodukt aus und ist damit ein stabilisierendes Element für die Entwicklung dieser Länder. Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft setzt verstärkt auf den südosteuropäischen Markt und ist an einer zuverlässigen und nachhaltigen Partnerschaft interessiert. Daraus können sich neue wirtschaftliche Möglichkeiten entwickeln.

Die Region als Ganzes hat jedoch Probleme, ihr großes Potenzial vollständig auszuschöpfen. Vor diesem Hintergrund wurde von Seiten des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft die Studie „Agriculture and Food-Industry in South Eastern Europe: “Chances and Challenges of Investments and Co-Operations along the Value Chain” in Auftrag gegeben. Die Studie  beschreibt die Sektoren mit dem größten Entwicklungspotential in vier unterschiedlichen Ländern Südosteuropas und gibt damit Anstöße zur Intensivierung deutscher Investitionen und neuer Kooperationen in der Region. 

Erstellt wurde die Studie von der Regional Rural Development Standing Working Group for South Eastern Europe (SWG). Sie untersuchte in vier ausgewählten Ländern die produktivsten und wettbewerbsfähigsten Sektoren der Branche. In Albanien handelt es sich hierbei um medizinische und aromatische Pflanzen und Kräuter, in Kroatien sind Mandarinen und Oliven sowie Olivenöl der größte Zweig in der Agrarproduktion, Mazedoniens wichtigste Erzeugnisse sind Wein und Gemüse, Serbien hat besondere Stärken im Anbau von Beeren und Pflaumen.

Unter anderem empfehlen die Verfasser der Studie im Falle Mazedoniens, auf hochqualitative Weine zu setzen und sich mit einer nationalen Exportstrategie Nischen auf dem EU-Markt zu erschließen. Serbien sollte unter anderem die Produktion von Beeren in Gewächshäusern fördern, auf neue Sorten setzen und in die Weiterverarbeitung von Beeren zu Trockenfrüchten, Konzentraten oder Gefriergut investieren, um so im Inland neue Wertschöpfungsketten aufzubauen. Ein verbessertes Marketing für die eigenen Produkte spielt in allen vier Ländern eine Hauptrolle.

Die Studie soll eine Grundlage zum vertieften Dialog mit staatlichen und wirtschaftlichen Stakeholdern der Regionen für eine Intensivierung der Kooperationen und Investitionen bilden. Sie ist ein Ergebnis des Regionalen Netzwerkprojektes des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft mit den Ländern des Westlichen Balkan. Das Projekt wurde im Rahmen des Offenen Regional Fonds Außenwirtschaft realisiert, den die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ aufgelegt hat und der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird. 

Im Detail wird die Studie erstmals am 17. Januar 2013 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin im Rahmen der GFFA-Veranstaltung „Modernisierungspartnerschaft Südosteuropa – Verantwortungsvolle Investitionen sowie Kooperationen im Rahmen der Wertschöpfungskette“ präsentiert. Die Veranstaltung findet von 14:00 – 16:30 Uhr im ICC Berlin in Saal 9 statt.

Eine Zusammenfassung der Studie in Englisch steht als kostenloses Download in der rechten Spalte bereit.