Agrarinvestitionen für Osteuropa

14. Januar 2013

Ost-Ausschuss engagiert sich auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Rahmen der Grünen Woche in Berlin 

Vom 17. bis 19. Januar 2012 treffen sich in Berlin über 80 Landwirtschaftsminister mit ihren Delegationen sowie rund tausend Experten und Wirtschaftsvertreter zum Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), der politischen Auftaktveranstaltung zur Internationalen Grünen Woche. Das Leitthema des GFFA heißt in diesem Jahr „Verantwortliche Investitionen in Agrar- und Ernährungswirtschaft – Schlüsselfaktor für Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung“. Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft mit einer Reihe von eigenen Veranstaltungen am GFFA.

Weltweit besteht ein sehr großes Potential für die Steigerung der Nahrungsmittelerzeugung als wichtige Voraussetzung für die Überwindung von Hunger und Unterernährung. Um dieses Potential auszuschöpfen, müssen jedoch in erheblichem Umfang zusätzliche private und öffentliche Investitionen mobilisiert werden. Es geht dabei nach Schätzungen der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO um ein jährliches Investitionsvolumen von 83 Milliarden US-Dollar, damit die Agrarproduktion bis zum Jahr 2050 für die Versorgung der dann erwarteten Gesamtbevölkerung von rund neun Milliarden Menschen gesteigert werden kann.

„Das Engagement der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft in Osteuropa leistet einen wichtigen Beitrag zur Effizienzverbesserung und Steigerung der Agrarproduktion“, sagt der neue Vorsitzende der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft Dr. Thomas Kirchberg. „Damit tragen wir zur ländlichen Entwicklung in unseren Partnerländern sowie zur globalen Ernährungssicherung bei.“

Bereits heute gehörten Russland, die Ukraine und Kasachstan zu den bedeutendsten Getreideexporteuren der Welt und kämen zusammengenommen auf  20 Prozent des globalen Getreideexports. Moderne Anbauverfahren aus Deutschland könnten den Ländern helfen, diese Position auszubauen. 

Osteuropa ist der Schwerpunkt ausländischer Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Agrar- und Ernährungssektor. Neben einer Reihe von Direktinvestitionen von Unternehmen der deutschen Milch- und Landtechnikindustrie in Russland, haben rund 40 deutsche Landwirte in der Ukraine investiert. Die Betriebe haben in der Regel eine mit den Betriebsstrukturen in Ostdeutschland vergleichbare Größe von 2.000 bis 3.000 Hektar. Durch das hohe fachliche und betriebswirtschaftliche Know-how der deutschen Landwirte werden leistungsfähige Agrarbetriebe aufgebaut. Diese sichern durch zuverlässige Pacht- und Lohnzahlungen das Einkommen der ländlichen Bevölkerung und nehmen soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiter sowie die Dorfgemeinschaft wahr.

Veranstaltungen im Überblick

Auch 2013 beteiligt sich die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft des Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft mit hochkarätigen agrarpolitischen Veranstaltungen am GFFA:

Am Donnerstag, den 17. Januar findet von 14:00 bis 16:30 Uhr die Veranstaltung „Modernisierungspartnerschaft Südosteuropa – Verantwortungsvolle Investitionen sowie Kooperationen im Rahmen der Wertschöpfungskette“ statt. In der Veranstaltung wird eine aktuelle Studie zu Chancen und Herausforderungen für Investitionen sowie Kooperationsansätze in der Agrar- und Ernährungswirtschaft Südosteuropas vorgestellt. Gemeinsam mit Vertretern der Generaldirektion (DG) Agri der EU-Kommission sowie der Pro Credit Bank werden Unternehmensvertreter Investitionskonzepte erörtern und mögliche Kooperationen diskutieren. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Regional Rural Development Standing Working Group (SWG) und der GIZ durchgeführt. (ICC, Raum 9).

Am Freitag, den 18. Januar findet von 12:30 bis 14:30 Uhr das Regionalpodium Osteuropa und Zentralasien zum Thema „Von Mikrokredit zu shareholder value: Zugang zu Finanzierungsquellen im Agrarsektor in Osteuropa und Zentralasien“ statt. Die Landwirtschaftsminister Russlands, der Ukraine und Kasachstans erörtern mit Wirtschaftsvertretern den Zugang zu Investitionskapital für landwirtschaftliche Betriebe als Schlüsselvoraussetzung für die Steigerung der Nahrungsmittel-produktion und die ländlichen Entwicklung. Die Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) durchgeführt. (ICC, Raum 7).

Am Samstag, den 19. Januar, findet um 15:00 Uhr in der Telekomrepräsentanz Berlin das hochrangig besetzte Internationale Wirtschaftspodium zum Thema „Investing in Food Security: Growing Needs and Opportunities” statt. Diskutiert werden die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Investitionen im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie die Rolle der Wirtschaft.

Prof. Matin Qaim von der Universität von Göttingen, der Vizepräsident des Weltbauernverbandes Jervis Zimba, Claas-Geschäftsführer Dr. Hermann Garbers, GIZ-Vorstandsmitglied Cornelia Richter und Germann Vegarra von der International Finance Corporation erörtern die Rolle der Landwirtschaft und Ernährungsindustrie für Investitionen. Über die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für verantwortliche Investitionen diskutieren der neue CEO der Bayer CropScience Liam Condon, der Deutschland-Chef von Nestle Dr. Gerhard Berssenbrügge, Klaus Deiniger von der Weltbank und der Generalsekretär der Welthungerhilfe Dr. Wolfgang Jamann. 

Außerdem werden FAO-Generalsekretär José Graziano da Silva und OECD-Director Ken Ash beim Internationalen Wirtschaftspodium erwartet, um die Empfehlungen Ihrer Organisationen zur Steigerung von Investitionen vorzustellen.

Im Anschluss an das Internationale Wirtschaftspodium lädt die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft ihre Gäste und die Delegationen des Berliner Agrarministergipfels zu einem Abendempfang ein. Die Teilnahme an den Samstags-Veranstaltungen ist nur auf persönliche Einladung möglich. 

Das GFFA wird vom Global Forum for Food and Agriculture Berlin e.V. durchgeführt, der vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und den Spitzenverbänden der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft getragen wird.

Akkreditierungsmöglichkeiten für Teilnehmer gibt es über die Internet-Seite www.gffa-berlin.de