Auslandshandelskammer in Kiew eröffnet

11. Oktober 2016
Deutsch-Ukrainische Wirtschaftskonferenz zur Kammergründung stößt auf großes Interesse
 
Erfolgreich, und mit rund 400 Teilnehmern sehr gut besucht, fand am 11. Oktober 2016 in Kiew die 2. Deutsch-Ukrainische Wirtschaftskonferenz statt. Die Wirtschaftskonferenz wurde anlässlich der offiziellen Gründung der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer in Kiew veranstaltet. Die Konferenz setzte die erfolgreiche 1. Wirtschaftskonferenz aus dem Oktober 2015 fort, die damals der Ost-Ausschuss, die Deutsche Industrie- und Handelskammertag und die ukrainische Botschaft in Berlin organisiert hatten. Die Gründung der Kammer war seinerzeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen ukrainischen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk vereinbart worden.

Die von der Deutsch-Ukrainischen Industrie und Handelskammer zusammen mit Ost-Ausschuss und Osteuropaverein organisierte Konferenz in Kiew bot die Gelegenheit, eine Bilanz des Reformprozesses in der Ukraine zu ziehen und begonnene Kooperationen zu vertiefen und auszubauen. Wie vor einem Jahr zeigte die reformorientierte ukrainische Regierung starke Präsenz und stand ausführlich für Fragen der deutschen und ukrainischen Unternehmen zur Verfügung. Zukunftsthemen spielten eine große Rolle: Wachstumschancen durch Digitalisierung, der Beitrag der Ukraine zur Nahrungsmittelsicherheit aber auch die Potenziale in den Bereichen Infrastruktur/Logistik und Energie/Energieeffizienz wurden von Praktikern aus Unternehmen und Entscheidern aus der Ukraine auf hohem Niveau diskutiert.
 
Der Austausch im Rahmen der Konferenz und die Gespräche, die rund um die Kammergründung stattfanden, unterstrichen die positiven Entwicklungen und Chancen in der Ukraine. Aber auch Kritik wurde nicht ausgeklammert, denn immer noch verhindern ein oftmals starker Bürokratismus und ineffiziente Strukturen die Umsetzung von wachstumsfördernden Ideen. 
 
Zum ehrenamtlichen Präsidenten der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer wurde Andreas Lier gewählt, der bei BASF den Ländercluster East Europe leitet. Erster hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender ist Alexander Markus, der bisherige Gesandte der Deutschen Wirtschaft in Kiew. Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms überbrachte beiden seine Glückwünsche. Der Ost-Ausschuss sieht in der Gründung der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer einen wichtigen Baustein zur Stärkung der Interessenvertretung deutscher Unternehmen in der Ukraine. Im direkten Dialog mit der ukrainischen Regierung können die Stärken des Landes weiter ausgebaut und die Schwächen noch genauer und effektiver benannt und bearbeitet werden. Die starke Beteiligung an der Konferenz und die erfolgreiche Kammergründung zeigen, dass die Ukraine als Wirtschaftsstandort für deutsche Unternehmen zunehmend interessant ist.
 
Rückenwind kommt von der Entwicklung des bilateralen Handels: In den ersten sieben Monaten des Jahres 2016 stiegen die Ausfuhren aus Deutschland in die Ukraine um 27 Prozent sowie die ukrainischen Einfuhren nach Deutschland um 3,5 Prozent. Dabei waren der traditionell starke Maschinenbausektor und die Automobilindustrie die größten Gewinner dieser Entwicklung: Im ersten halben Jahr verzeichneten beide deutsche Vorzeigebranchen eine Steigerung ihrer Exporte in die Ukraine um rund 60 Prozent.
 
Stefan Kägebein
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft